Sonntag, 14. Juni 2015

FÜR JEDEN ANLASS DEN RICHTIGEN JAGDSTIEFEL


3 Stiefel, 3 Geschichten 

Drei Schnürstiefel, ohne die kein Jäger auskommt. Ob Berge, Wildnis oder Wüste - mit diesen Schuhen ist jeder Jäger für das ganze Jahr gut gewappnet. 



Beginnen möchte ich mit meinen Bergstiefeln von Meindl. Vor etwa 10 Jahren, die erste Jagdreise nach Polen stand an, fehlten nur noch die richtigen Jagdstiefel. Mein erster Weg führte mich damals zu Globetrotter, wo ich mich sofort in die Ortler von Meindl verliebte. Zwiegenäht und praktisch unverwüstlich, genau das was ich gesucht hatte. Ich fühlte mich anfangs nicht wohl, mit neuen Stiefeln, die nicht ausreichend eingelaufen waren, aufzubrechen. Doch voller Stolz und ohne Blasen an den Füßen stand ich nur wenige Tage später vor meinem ersten Hirsch. Mittlerweile haben sie mich auf Jagdreisen in über 10 Länder, auf 4 Kontinenten, begleitet und nie im Stich gelassen. Nur ein einziges Mal habe ich mit ihnen einen Schreckmoment erlebt, als das Pferd unter mir stolperte und ich im Steigbügel hängen blieb. 

Erst im Gebirge zeigen diese Stiefel ihr wahres Potential. Sehr oft haben sie mich vor dem Umknicken bewahrt oder mich auf steilen Geröllfeldern gebremst. Perfekt eingelaufen, haben sie die Form meines Fußes angenommen und sind eigentlich viel zu schade, um nicht mehr getragen zu werden. Doch die Vibram-Sohle ist mittlerweile so abgenutzt, dass sie keinen richtigen Halt mehr bietet. Ein Austausch der Sohle wäre problemlos möglich, doch mit der Zeit, hat sich zusätzlich an der Schuhspitze eine Delle gebildet, die sich nicht mehr beseitigen lässt. Unzähliges Anpirschen, in ganz niedriger Gangart, hat sie mit der Zeit verursacht.  






Meine Courteney Safariboots habe ich nicht in Afrika, sondern in Deutschland erstanden. Entdeckt hatte ich sie in Harare (Simbabwe), als meine ganzen Dollars schon in diverse Souvenirs geflossen waren. Zu der Zeit hatte ich noch ARCTO Seal Boot Henties aus besonders weichem Leder. Sie waren wirklich toll verarbeitet und stammten aus einem kleinem Baumarkt in Namibia. Optisch sahen sie wie die Desert Boots von Clarks aus, nur etwas robuster und mit einer Profilgummisohle. Nach 3 Monaten in Afrika, als sich die Sole langsam zu lösen begann, habe ich sie dort verschenkt. Zurück in Deutschland musste ich mir sofort die Courteney Boots bestellen. Damals wurden sie noch von „Blaser“ importiert. Bisher warten sie auf ihren ersten Ausflug nach Afrika. Sie sind unglaublich bequem und bei tollem Wetter kommt sogar etwas Safari-Feeling auf. Ich trage sie nur im Hochsommer auf der Bockjagd. Für unsere Breitengrade sind sie nicht unbedingt zu empfehlen, da sie sich sofort mit Wasser vollsaugen, wenn man über eine von Tau befeuchtete Wiese pirscht. 










Zu meinen Winterstiefeln bin ich zufällig im Skiurlaub in Österreich gekommen. Als ich eine Stunde vor der traditionellen Abschlussjagd feststellen musste, dass ich meine Bergstiefel in Hamburg vergessen hatte. Wie mir das passieren konnte, ist mir noch heute ein Rätsel. Glück im Unglück, das nächste Sportgeschäft hatte noch offen. Nicht besonders hübsch, aber wenigstens in meiner Größe waren sie vorrätig. Seit dem Tag begleiten sie mich jedes Jahr auf winterlichen Nachtansitzen. Eigentlich hatte ich es damals auf die Fliegerstiefel von Meindl abgesehen, die es nur leider nicht mehr in meiner Größe gab. Tatsächlich habe ich den Kauf bis heute keinen Tag bereut und die Fliegerstiefel sind mir erst beim Schreiben wieder in den Sinn gekommen. Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, als die Abschlussjagd stattfand. Es hatte den ganzen Tag geschneit und gefühlte 2 Meter Neuschnee waren gefallen. Alle Autos waren unter einer dicken Schneeschicht verschwunden. Aber meine Füße waren warm. 




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